WissensWertes

Persönliche Perspektiven auf das Leben und Werk einiger bemerkenswerter Personen

Werner Heisenberg

Der Teil und das Ganze: Gespräche im Umkreis der Atomphysik. : Heisenberg  Werner: Amazon.de: Bücher

Als junger Mensch, ohne den heutigen Zugang zu Medien, musste man noch in die Buchhandlungen gehen und einfach stöbern. Bei einem solchen Besuch viel mir das Buch von einem Werner Heisenberg auf. Dessen Name ich bis dahin noch nie gehört hatte. Was mir aber gefiel war das Bild auf dem Einband und Atomphysik klang spannend, obwohl ich auch davon noch nichts gewusst habe. Aber warum auch immer entschloss ich mich zum Kauf und nahm das Buch mit nach Hause.

Ich dachte darin ging es um Atomphysik und war erst enttäuscht, dass es nur um eine Art Biographie gehen soll. Aber ich begann zu lesen und tauchte immer tiefer in die Welt von Prof. Heisenberg ein.

Er beschreibt seinen Weg und die Gruppe der Physiker, wie sie zu beginn der 1920er Jahre begonnen haben, die von Max Planck und Albert Einstein aufgeworfenen Fragen zu einer neuen Physik zu formen und das alles vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung die in diesen Jahren in Deutschland stattfand.

Was mich sehr beeindruckt hat ist die Lust an der Zusammenarbeit mit kongenialen andere Denkern nicht nur im näheren Umfeld des Instituts sondern mit allen wichtigen Wissenschaftlern wo immer auf der Welt diese auch angesiedelt waren.

Der Sprache, dem Schreiben und dem gemeinsamen Reisen und Arbeiten kam – seinen Beschreibungen zur Folge – eine fundamentale Bedeutung zu. Ehrgeiz der Beste zu sein, aber gleichzeitig gehörten Respekt, Ehre, Anstand und ein tadelloses Benehmen in der Zeit mehr als nur zum guten Ton. Wenn ich meinen Werdegang und mein Denken und auch mein Führungsverhalten, heute 40 Jahre nach dem ersten Lesen mir vor Augen halten, kann ich sagen, dass diese nachhaltig durch das Buch geprägt wurden.

Schon während meiner Zeit als Doktorand, vermisste ich diese von Heisenberg beschriebene Art der gemeinsamen Arbeit in meinem Institut, und habe versucht in meinem Umfeld ähnliches zu schaffen. Ein Raum wo Studenten einen Platz in der immer größer werdenden Anonymität der Universität fanden und sich Rat, Anleitung aber auch kritische Anmerkungen holen zu können.

Das habe im Laufe der Zeit und in den unterschiedlichen Positionen meiner beruflichen Karriere immer beibehalten und es ausgebaut, mit dem Ergebnis, dass viele gute Zusammenarbeiten, ja fast freundschaftliche Beziehungen entstanden sind. Die sowohl der persönlichen Entwicklung als auch dem Unternehmen wertvolle Ergebnisse beschert hat.

Bis heute eines der Bücher die mich und mein Denken und Handeln am meisten geprägt hat und ich immer wieder gerne einzelne Kapitel daraus lese. Fasziniert von der Gedankenwelt und der Lebensleistung von Werner Heisenberg, habe ich mich über die Jahre immer intensiver mit seinem Werk und seiner Geschichte befasst und alle mir zugänglichen Werke angeschafft, so dass ich heute über eine umfangreiche Sammlung verfüge. Die letzten waren die Farmhall Protokolle, wo Heisenberg mit einer Gruppe der wichtigsten deutschen Physiker nach dem 2. Weltkrieg interniert war. Die Abschriften der Gespräche der Inhaftierten waren lange unter Verschluss und wurden erst vor wenigen Jahren frei gegeben. Aber keines hatte für mich die oben beschriebene Wirkung.

Steve Jobs

Zehn Jahre ohne Steve Jobs: Wie Apple sich verändert hat | Leute,  Unternehmen

Zusammen mit Steve Wozniak und Ron Wayne gründete er 1976 Apple und half, sowohl das Konzept des Heimcomputers als auch später die Generation der Smartphones sowie Tabletcomputer populär zu machen.

Zudem war er mit dem Macintosh ab 1984 maßgeblich an der Einführung von Personal Computern mit grafischer Benutzeroberfläche beteiligt und entwickelte mit dem iTunes Store und dem Medienabspielgerät iPod in den frühen 2000er Jahren wichtige Meilensteine für den Markterfolg digitaler Musikdownloads.

Für mich war die erste Begegnung mit dem Konzept eines Macintosh Computers wie eine Offenbarung. Es war mir sofort klar, so und nur so müssen Computer gebaut werden, damit sie dem menschlichen Geist „Flügel“ verschaffen, um einfacher, bessere Dinge zu erschaffen. Überzeugt, dass Design zählt und das gutes Design einen signifikanten Unterschied macht, begleiten mich diese Produkte aber vor allem die darin umgesetzte Philosophie seit über 30 Jahren und werden es wohl mein leben lang tun.

Stephen Wolfram

Stephen Wolfram – Wikipedia

Stephen Wolfram ist ein britischer Physiker, Informatiker und Mathematiker. Er ist Gründer und CEO des Unternehmens Wolfram Research mit Hauptsitz in Champaign, Illinois. Das Flaggschiff-Produkt von Wolfram Research ist Mathematica, eine integrierte Entwicklungsumgebung für die Berechnung, Simulation, Analyse und Dokumentation von technischen Problemstellungen.

Im Juni 2014 stellte Wolfram die Wolfram Language als eine allgemeine Multiparadigma-Programmiersprache vor. Die zugehörige Dokumentation war bereits im Oktober 2013 veröffentlicht worden, zeitgleich mit der Bündelung von Mathematica und der Wolfram Language auf dem Einplatinencomputer Raspberry Pi. Obwohl die Wolfram Language auf eine über 25-jährige Entwicklungsgeschichte zurückblickt und die Hauptprogrammiersprache in Mathematica war, wurde sie erst 2014 offiziell so genannt.

Meine erste Begegnung mit Mathematica fand Ende der 1980er Jahre statt und war sehr ernüchternd. Fasziniert von den damals einmaligen dreidimensionalen Graphiken und der Möglichkeit das Programm auf allen damals verfügbaren Betriebssystemen laufen zu lassen, war die funktionale Denkweise mir derart fremd, dass ich bis auf das Abtippen der umfangreichen Beispiele praktisch nichts eigenes damit anfangen konnte.

Viele Jahre später, ich war zwischenzeitlich Entwicklungschef eines Unternehmens das Magnetantriebe herstellte, und stand vor der Aufgabe Magnetkreise auszulegen. Diese Arbeit erforderte den Umgang mit den Maxwell Gleichungen, die im Studium nur stiefmütterlich behandelt wurden. Nun erinnerte ich mich an Mathematica, kaufte mir eine private Lizenz und versuchte mich erneut in das Paradigma der funktionalen Programmierung einzuarbeiten. Diesmal mit mehr Erfolg. Mit jedem Tag kam ich hinter die Geheimnisse und wurde immer geübter.

Zuerst als reines Tool für Mathematiker und Physiker gedacht, entwickelte sich Mathematica mehr und mehr zu einer universellen Programmierumgebung, mit der jegliche Art von formalisierteren Problem bearbeitet werden kann, ohne das ursprüngliche Grundkonzept zu verändern. Eine grandiose Leistung. Seine Produkte und sein übriges Engagement in der wissenschaftlichen Gemeinschaft gefallen mir sehr. Beispielsweise kann jeder über seine Internet Seite WolframAlpha frei auf „Berechenbares Wissen“ zugreifen. Daher gehört er in den Kreis meiner „Helden“.

DOnald Knuth

The Computer Scientist Who Can't Stop Telling Stories | Quanta Magazine

Donald Ervin „Don“ Knuth ist ein US-amerikanischer Informatiker. Er ist emeritierter Professor an der Stanford University, Autor des Standardwerks The Art of Computer Programming und Urheber des Textsatzsystems TeX.

Man erzählt sich unter Informatikern verschiedene Geschichten über Donald Knuth…Beispielsweise war er damit befasst ein Standardwerk über die Theorie der Computerprogrammierung zu schreiben. Ursprünglich hatte der Verleger Knuth, der damals noch ein Student im Hauptstudium war, damit beauftragt, ein einzelnes Buch über Compilerbau zu schreiben. Knuth wollte jedoch alles notwendige Wissen zu diesem Thema präsentieren und dies in einer ausgereiften Form.

“I figured, as long as I’m going to do a book on compilers, I should include a few other chapters on basic techniques that people would use before they got all the way to compilers. So I threw in a chapter on everything I was interested in.”

„Ich dachte, wenn ich ein Buch über Compiler schreibe, dann sollte ich ein paar Kapitel über grundlegende Techniken einfügen, mit denen die Leute in Berührung kommen, bevor sie auf Compiler stoßen. So packte ich ein Kapitel über jedes Thema, für das ich mich interessierte, hinzu.“


Nach Abschluss seines Studiums schrieb er dem Verleger und bat um die Erlaubnis, die Dinge etwas mehr im Detail zu schildern.

“Do you mind if I make this book a little bit longer, because I think there’s a need for explaining these things in somewhat more detail.”
„Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich das Buch ein bisschen ausführlicher machen würde, da ich denke, dass diese Dinge einer etwas detaillierteren Erklärung bedürfen.“


Die Antwort seines Verlegers fiel positiv aus.

“They said, ‚Oh no, go right ahead. Make it as long as you feel necessary.’”
„Sie sagten: ‚Aber nein, fangen Sie gleich an. Machen Sie es so umfangreich, wie Sie es für nötig halten.‘“

Der erste handgeschriebene Entwurf von 1967 umfasste 3900 Seiten. So entstand der Plan, eine siebenteilige Reihe zu verfassen, die wesentliche Grundlagen der Computerprogrammierung abdeckt.

Während der Arbeit an der überarbeiteten Neuauflage von Band 2 kämpfte Knuth mit den Unzulänglichkeiten der damaligen Satztechniken und entwickelte schließlich sein eigenes System, das digitale Satzsystem TeX, das mittlerweile als Standard für Publikationen in der Mathematik und den Naturwissenschaften etabliert ist.

Die Akkuratesse seines Werkes, das der American Scientist zu den besten zwölf naturwissenschaftlichen Monographien des 20. Jahrhunderts zählt, liegt Knuth so am Herzen, dass er regelmäßig ausführliche Fehlerkorrekturen bis hin zum kleinsten Satzfehler veröffentlicht und den ersten Finder jedes Fehlers mit einem Scheck über 256 US-Cent für inhaltliche Fehler bzw. 32 US-Cent für Kommafehler u. ä. honoriert.

Die Schecks werden jedoch von den meisten Empfängern nicht eingelöst – nur neun wurden jemals eingelöst –, sondern eingerahmt. Er arbeitet bis heute an den weitern Bänden und ein Ende ist nicht absehbar.

Seit Studienzeiten schreibe ich alle umfangreicheren texte mit dem Textsatzsystem TeX bzw. LaTeX und erfreue mich an der wunderschönen Satzbild, das den traditionellen Regeln der Typographie folgt und empfehle es allen wärmstens, sich der Mühe zu unterziehen sich in die Welt des Text-Satzes einzuarbeiten.

Über Komplexität

Eine interessante Definition von Komplexität

In dem Buch von Herrn Cramer wird eine aus meiner Sicht sehr gute Definition des vielfältig verwendeten Begriffs „Komplexität“ gegeben. Zum ersten Mal kam ich mit dem Begriff während meiner Promotionszeit in Berührung. Mein Doktorvater pflegte folgende Definition zu verwenden: Strukturen sind komplex und Funktionen kompliziert.

Im Laufe der Zeit habe ich immer wieder darüber nachgedacht und versucht mir meine eigene Definition zu schaffen und freute mich sehr als ich das Kapitel in dem o.g. Buch fand, da es meiner Vorstellung des Begriffs sehr sehr nahe kam. Er definiert Komplexität wie folgt:

Der Begriff „Komplexität“ eines hochgradig organisierten Systems (oder sehr strukturierten Systems) bezieht sich auf die Beschreibbarkeit derartiger Systeme. Je mehr Parameter zu der Beschreibung eines Systems notwendig sind, desto komplexer ist es aufgebaut.

Komplexität K kann man demnach definieren als den Logarithmus der Anzahl der Möglichkeiten M, die ein System zu seiner Beschreibung oder Realisierung benötigt. Alternativ als den Logarithmus der Anzahl der möglichen Zustände den ein System einnehmen kann.

    \[K = log M\]

Diese Definition lehnt sich an den Informationsbegriff an. Je komplexer ein System ist, desto mehr Informationen kann es in sich tragen.

Komplexität und Entropie

Unter Strukturen verstehen die Autoren die Art der Zusammensetzung eines Systems aus Elementen und die Menge der Relationen oder Operationen, welche die Elemente miteinander verknüpfen. Dier Begriff der Struktur steht in einem engen Zusammenhang mit den polaren Begriffen Begriffen „Ordnung“ und „Unordnung“ und ebenso dem Begriff der „Entropie“ der das Mass der Unordnung beschreibt.

Dies führt zu einer weiteren Definition von Komplexität. In diesem Zusammenhang wird Komplexität auf den Aufbau einer Struktur bezogen. Die Komplexität einer Struktur spiegelt sich demnach in der Anzahl der gleichen bzw. verschiednen Elementen und in der Anzahl der gleichen oder verschiedenen Relationen sowie der Anzahl der Hierarchie-Ebenen wieder.

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